Das jährliche Jahresende

Unter lauten und ehrlich unnötigen Böllern und Feuerwerken,habe ich mich in meiner Mietwohnung in Berlin- Neukölln verschanzt. Diejenigen, die mich persönlich kennen, wissen, dass ich ein gekonnter „Anti Silvester Freak“ bin und nichts von den ganzen Neujahrsvorsätzen halte, die nur dafür ausgedacht werden, um so schnell wie möglich wieder gebrochen zu werden.

Also keine Sorge, dieser Beitrag, wird keine Zusammenfassung von meinem Jahr 2016 werden und auch keinen einzigen Vorsatz enthalten. Das einzig, was ich in diese Richtung doch einmal schwarz auf weiß niederschreiben möchte ist, dass 2016 so facettenreich war, wie noch kein Jahr davor.

Viel lieber, möchte ich eure Aufmerksamkeit nutzen, um meine neue Idee vorzustellen. 2017 möchte ich  eine „Happybox“ auf meinem Blog zu starten. Happybox, was’n das jetzt?

Persönlich führe ich schon eine Happybox seit einigen Monaten, in die ich immer wieder einen  kleinen Zettel hineinlege, auf dem oben steht, wofür ich dankbar bin und was mir selbst in den düstersten Zeiten ein Lächeln in mein Gesicht zaubern kann. In meinen kurzen 22 Jahren, die ich jetzt auf diesem Planeten Erde verbringen darf, habe ich noch nie so viel Hass und Angst in meiner Umgebung gespürt. Aus diesem Grund, möchte ich diese Gelegenheit nutzen, und täglich auf die viel wichtigeren und stärkeren Dinge hinweisen.

Liebe und Hoffnung.

Frei sein 

  
Manchmal träume ich vom Frei-sein,

dann springe ich von Wolke zu Wolke,

ganz glückselig im Sonnenschein,

mein Lächeln klar und ehrlich,

keine Maske, kein Make- up, kein Schein,

ich stolziere, erhobenes Hauptes,

über die farbenfrohe Skyline.

Ich träume davon zu fliegen, 

meine Flügel aufschlagen,

im Wind der Hoffnung zu wiegen,

wie ein junges Vöglein.

In meinem Traum,

da leuchten, 

empor die Lichter,

versprechen Klarheit und Barmherzigkeit,

und Freunde, Herzen und Liebe, 

drängen sich dichter.

Ich träume von einem Planeten,

ohne Hass, Neid und Streit,

wo es keinen Platz gibt,

für unseren selbst kreierten Feind,

der Zeit.

Wenn ich all dies verbanne,

dann frage ich mich,

ist es noch Freiheit? 

Was bedeutet überhaupt Frei-sein? 

Steht im Beipackzettel,

unauffällig und klein,

das Frei- sein,

ist- nur ein bedeutungsloser Schein? 

Das Frei,

das ich für mich gestalte,

die Freiheit,

die ich in mir verwalte,

ist möglicherweise,

eine pure Ironie,

und Gefangenschaft,

in einer anderen Denkweise? 

ICD10 F32

  
De-pres-si-on, eine psychische Erkrankung. Ich bin depressiv. Falsch, die Krankheit definiert mich nicht, sondern begleitet mein Leben.
Ich habe Depressionen. Richtig.

Leben. Wo kann man auf Stop drücken?

Sekunde.

Done.

Wir können starten, ich bin bereit.

Ich bin depressiv.

Auf deutsch: Ich stecke in der Scheiße knietief. Für mich gibt´s keine Farben, keine Muster, null Beleuchtung, zero Glitzerstaub. Meine Tage sind geprägt von Schatten, Ecken, und verdorbenes, zu Boden gefallenes, zertretenes Laub. 

Ich bin nicht nur traurig, hashtag “notjustsad”, wie Jana es schrieb, sondern ich bin so verdammt viel. 

Mein Kopf, mein Hirn, meine Gefühlspalette, ist so divergent, dass jeder noch so kleine Impuls, sich in ihr verrennt. 

Mal lache ich laut und klar, mit voller Seele, dass Sterne strahlen, und meine Lachfalten stolz prahlen, wie als würden sie in die Welt schreien: “ Schau wie beschissen happy ich bin!”. 

Depressiv sein, ist so unterschiedlich, so wesensfremd, dass selbst Einstein ganz gehemmt, sein Glas niederlässt und der Abschied sich aus seinem Totenhemd zwängt. Ich gebe zu, ich lache selten, aber wenn – dann so richtig, weil ich bin artig und Glück, wie mir Mama lehrte, ist wichtig.

Dann fühle ich Zorn, Wut, Ärger und Hass. Beim letzten Wort schleicht sich Gänsehaut über meine Hülle, denn Hass ist einfach- krass- das Gegenteil von Liebe, die ich auch fühle, nur eben nicht so intensiv, sondern mehr so degenerativ.

Die Palette dreht sich und der Zeiger stoppt bei Angst. 

Dreh dich, dreh dich. Dreh dich! 

Ich puste und huste, Rauchen ist kacke, aber ich brauche zumindest ein Laster auf meiner Backe, also huste ich weiter und begreife, dass meine Hoffnung scheitert. Angst bleibt stehen. 

Angst. 24/7. Ein unfreiwilliger all- inclusive Vertrag, bis zu meinem lang ersehnten Todestag.

Stell dir vor, deine Depression fesselt dich ans Bett, hält dir eine Knarre an die Schläfe, ganz nach Russian Roulette. Ist sie deine einzige Freundin, deine Verbündete, deine Ziehmutter, du merkst nicht, wie sie dich zerstört. 

Ihre Macht, macht dich kaputter.

Ich will gehen. 

Ich will arbeiten.

Ich will feiern,

Partys schmeißen, 

Menschen mit meinen Witzen mitreissen, 

durch die Wlet reisen, allen beweisen, dass ich WILL, und nur nicht kann, dass ich drauf scheisse, weil es keinen Sinn hat, es ist hoffnungs-los, wie ein zuckerfreies Donut, ist nicht das Wahre, sondern ein gescheiterter Versuch. 

Ich- bedeutungslos.

Ich- charakterlos.

Ich- antriebslos.

Du glaubst du hast das Limit erreicht, doch keine Sorge, die Depression macht´s dir nicht zu leicht. Denn ihre Busenfreundin ist die Angst, und die kreischt schon in deinem Kopf. Ich falle zu Boden, und sie nutzt jede Methode um mich zu besiegen. Ich höre es ganz klar, meine einzige Alternative. Liegen. Sie wird lauter, schriller. Könnt ihr sie hören? 

Warum liegst du faul herum? Du hast soviel zu tun! Uni, Abwasch, Leben, Feiern, Lieben, die Liste ist ewig! Du wie eine 100- Jährige- bettlägrig! 

Du faules Stück NICHTS! 

Reiss dich zusammen! Du Loser! Du undankbarer Lebens-User! 

STOP.

ICD 10, F 32 – viele benennen es “Depression”; ich würde lieber meinen : Willkommen auf meiner Todesmission.

Let´s talk about it!

  
Kurz vor Weihnachten möchte ich ein, für mich sehr wichtiges und persönliches Thema ansprechen, die mentale Gesundheit. 

Meiner Meinung nach eine Thematik , die immer noch ein riesiges Tabuthema darstellt und das obwohl wir uns im 21. Jahrhundert befinden. Wir kämpfen täglich für Menschenrechte, für Feminismus, Gleichberechtigung, Sozialversicherungen, Empathie und Mitgefühl. Trotzdem, stellt die psychische Gesundheit immer noch ein Schweigen in den Raum und betretene Gesichtern bei denen , die damit zu kämpfen haben. Psychische Erkrankungen sind genauso “normal” wie körperliche Erkrankungen. 

Jede dritte Person in Großstädten erlebt unterschiedliche Stadien der Depression in ihrem Leben. Immer mehr Menschen erleiden Burnouts, gerade in Berufen mit sehr hohen Ansprüchen. In Branchen, in denen das äußere Erscheinungsbild das A und O ist, steigt die Zahl der Essstörungen und des Missbrauches von abhängigmachenden Substanzen. Dies sind nur wenige Beispiele.

Ich wünsche mir, dass jeder Mensch, der diese Zeilen liest, sich für einen kurzen Moment zurück lehnt und an seinen Freundes und Bekanntenkreis denkt. Ich bin mir sicher, dass jeder und jede , zumindest eine Person kennt, die eine wichtige Rolle in seinem Leben spielt, die eine seelische Erkrankung hat. 

Burnout, Depressionen, Magersucht, Bulimie, Esssucht, Borderline, Abhängigkeiten aller Art, und noch all die anderen möglichen Erkrankungen sind KEIN Zeichen von Schwäche. Mir wird immer wieder schlecht, wenn ich höre, dass Menschen davon ausgehen, dass ein psychisches Unwohlsein auf die mangelnde Stärke jener betroffenen Person zurückzuführen ist. 

Wer würde auf die Idee kommen, jemanden der Diabetes hat, vorzuwerfen, dass er sich doch einfach eine dickere Haut wachsen lassen sollte? Würde derjenige zu viel Zucker essen, würde er höchstwahrscheinlich einen Hypo bekommen ( ohne der Verabreichung von Insulin) und dann spielt es keine Rolle, wie stark oder schwach er oder sie ist. 

Stark sein. Schwach sein. Was bedeutet es überhaupt? Wer legt fest, was Schwäche oder Stärke ausmacht? Ist es für eine Person ein Zeichen der Stärke und des Muts, wenn er eine Spinne erschlägt, so ist es für jemanden anderen ein deutlicher Beweis der Schwäche. 
Psychische Erkrankungen sind normal . Das Problem sind wir, Menschen. Der Teufel steckt hier in den Vorurteilen. Wie entstehen Vorurteile ? Durch Unwissen. Darum meine Bitte, mein Appell: Verbreitet das Wissen über psychische Störungen. Macht eure Mitmenschen darauf aufmerksam! Kämpfen wir zusammen, für das Bewusstsein von allen unterschiedlichen Erkrankungen. Und schauen wir nicht weg, wenn jemand unsere Hilfe braucht. Um Hilfe zu bitten, ist keineswegs eine schwache Handlung, sondern das größtmögliche Zeichen der Stärke. Tauchen wir in die Welt der Diversität ein und öffnen wir unsere Herzen für das Abnormale, denn wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, wissen wir nicht was und ob etwas normal ist. 
Ich freue mich sehr über eure Meinungen und Gedanken zu diesem Thema. 

Let´s talk about it !

Sneak in #2

  
Da mein letzter Post, mit einem kleinen Einblick meines Werkes, so viele Leser angesprochen hat, darf ich heute wieder, mit großer Freude, einen kurzen, literarischen Moment mit euch teilen 📜 ✏️
(…)Halt. Reiß dich zusammen und lass dich nicht von deinem Selbstmitleid beherrschen. Wenn Menschen mir, und da spielt es keine Rolle, welchen Stellenwert sie in meinem Leben haben, diese Worte an den Kopf werfen, stellen sich bei mir alle Haare auf und meine Alarmglocken schrillen rot. 

Ich kann versichern, dass es keinen , keinen einzigen Menschen auf dieser Welt gibt der gerne eine Depression hat, der sich nicht zusammenreissen kann oder der nur aufgrund von einem Aufmerksamkeitsdefizit, Depressionen hat. Keinen einzigen verdammten. Wer würde auf eine so absurde Idee überhaupt kommen? 

Klar gibt es auf der Welt viele, die gerne mehr Aufmerksamkeit bekommen würden, als sie zu dem Zeitpunkt erhalten. Aber im Grunde genommen, liegt das erstens, in der Natur des Menschens und zweitens, hängt es mit dem Faktor zusammen, dass wir uns Menschen gegenseitig keine wahre Aufmerksamkeit schenken. Natürlich werden jetzt viele abwehrend die Hände heben und behaupten, dass sie aufrichtige und bedeutende Aufmerksamkeit verbreiten, doch gehe auch nur kurz in dich. 

Was war das letzte was du deinem Gegenüber gesagt hast? Ich kann hier nicht auf jeden schließen, weil wir alle, so unterschiedlich sind wie die Farbfacetten des Ozeans. Doch im Endeffekt, versuchen wir verkrampft ganz individuell zu sein und werden so, doch wieder Duplikate. Aber auch dies gehört zu uns dazu. Wir wollen dazugehören. Wir wollen zwar Aufmerksamkeit und oft im Mittelpunkt stehen, aber bitte, nicht so sehr, dass wir irgendwie herausstechen. Oder womöglich anders sind. Nicht dazu gehören. 

Ist dir inzwischen eingefallen, wie du das letzte Mal, Aufmerksamkeit geschenkt hast? 

Ich nehme mir viel heraus, dass ich behaupte, dass du jemanden zum Beispiel gesagt hast, dass ihre Frisur gut aussieht, dass er ein tolles neues Smartphone hat, dass deine Freundin eine gute Note geschrieben hat, dass deine Oma diesmal schnell die Stiegen hinauf gekommen ist. 

Sicherlich freuen sich deine Oma und dein Freund. Aber diese Aufmerksamkeit ist oberflächlich, sie bezieht sich auf Leistungen, auf Materielles, auf Äußerlichkeiten. 

Wann hast du das letzte Mal einem Menschen, egal ob Verwandter, Bekannter, Ehemann oder Fremder, gesagt , wie du seine oder ihre Aura wertschätzt? Dass dir diese Menschen, Wärme nur durch ihre Anwesenheit schenken. Dass sie es verdient haben , geliebt zu werden, weil sie wichtig sind? 

Fühlst du dich gerade ertappt? Oder kannst du mit ruhigem Gewissen und Sicherheit nicken weil du die wahre Aufmerksamkeit schon entdeckt hast? 

In beiden Fällen gratuliere ich dir. Du brauchst dich nicht schuldig fühlen. 

Wir, du und ich , wir sind nun mal so. 

Geschnitzt. Geformt. Gegossen.(…)

Sneak in #1 

  
In meinem Kopf da rüttelt und schüttelt es und drängt mich immer mehr meine Angst zu überwinden. Endlich werde ich es heute wagen, einen kleinen Einblick, einen kurzen Augenblick, ein sogenanntes „Sneak in “ von meinem Werk, das ich mir von der Seele, mit der Seele schreibe, zu veröffentlichen.
(…) Kombiniert zu meiner Depression , gab es auch noch die Angst. Die Angst war stets präsent, sie schrie meist so laut, dass ich mir meine Ohren zuhalten musste und Kreise in meiner Wohnung lief. Sie und die Depression waren Feinde, sie konnten sich nicht ausstehen. Stell dir vor, in deinem Kopf leben zwei Erzfeinde, die sich den ganzen Tag nur stritten und versuchten sich gegenseitig auszutricksen. Wenn die Depression mir befahl mich unter meiner Bettdecke zu verkriechen und erst am nächsten Tag wieder die Augen zu öffnen, schmetterte die Angst, kreischend und hoch, dass ich aufstehen müsse, für die Uni lernen, etwas aus meinem Leben machen, ich könnte doch nicht den ganzen Tag in meinem Bett verbringen. So sehr mich meine zwei Verbündeten auch täglich quälten, konnte und wollte ich sie nicht loswerden, oder gegen sie arbeiten, da sie die einzigen waren, die in meinem Leben einen Platz hatten. (…)

Embrace your fears 

  
Letztes Jahr, hat es mich ziemlich erwischt. Ich habe Depressionen schon in vielen unterschiedlichen Facetten erlebt , mal tiefer und schmerzhafter, mal nur als Hauch , ein Schleier, der sich kurz um deine Seele hüllt und sie vor Licht abschirmt. Eines ist mir klar geworden, das Bewusstsein – in unserer Gesellschaft , aber auch in unseren Köpfen – muss sich erweitern, offen sein um zu Lernen und nicht in abgedroschenen Schubladen verweilen. 
Vor einem Jahr, war ich so gefangen, dass ich dachte, ich würde nie wieder lächeln können. Warum? Ich gab meiner Depression die Macht, ich gab ihr die Erlaubnis , mich so zu fesseln. Macht hat nur der, dem du Macht schenkst. Natürlich ist mir bewusst, dass man Depressionen weder an noch ausschalten kann, und keiner , keine noch so verzweifelte Seele, wünscht sich mit dieser Krankheit zu leben. 

Heute, bin ich immer noch gefangen, aber ich weiß, dass ich auch lächeln kann. Und ich meine nicht das Lächeln meiner Maske, sondern mein wahres Lächeln, aus meiner Seele. 

An alle Menschen, Tiere, Seelen in dieser Welt, ich wünsche mir, dass wenn ihr diese Zeilen liest, nicht vergisst, dass das Leben – wirklich- wieder bunter werden kann.